Immer mehr Auftraggeber, Produzenten von Proofs und Druckereien nutzen den Medienkeil CMYK als Kontrollmittel für den rechtsverbindlichen Proof des Drucks nach ISO-Vorgaben.
Unter Anwendern mit hohen Qualitätsansprüchen ist es inzwischen sogar üblich, mit eingeschränkten Toleranzen zu arbeiten. Der Großteil der Anwender in diesem Marktsegment setzt GMG-Lösungen ein. Diese Information stellt die wichtigsten Punkte zusammen, um mit GMG-Lösungen dieses Ziel schnell und sicher zu erreichen.
Der Text setzt voraus, dass die Funktion des Medienkeil CMYK, sowie der ISO und PSR-Standards für Proof, Offset- und Tiefdruck bekannt sind.
Einführende Informationen hierzu findet man u.a. im MedienStandard Druck unter
http://www.bvdm-online.de/Aktuelles/Downloads.php oder unter
http://www.digitalproof.de
Um gute Werte im Medienkeil jederzeit sicher zu erreichen, müssen Proof-Software, Drucksystem, Proofmedium und die eingesetzten Profile aufeinander abgestimmt sein.
Prinzipiell ist es möglich mit GMG ColorProof beliebige Proofmedien zu nutzen, wobei bei der Auswahl eines geeigneten Proofmediums sowie bei der Erstellung und Optimierung der eingesetzten Profile Colormanagement-Spezialwissen und viel Erfahrung notwendig sind.
Die nachfolgenden Abschnitte gehen davon aus, dass GMG Proofmedien und die darauf abgestimmten GMG-Profile eingesetzt werden. Nur dann können ohne Colormanagement-Spezialwissen gute Werte im Medienkeil CMYK einfach und schnell erreicht werden.
Die Stärke solch einer Konfiguration liegt darin, dass der Anwender nur einmal für das verwendete Proofmedium eine Kalibration durchführen braucht, um dann für verschiedene ISO-Proofstandards die Medienkeil-Vorgaben sicher zu erreichen.
GMG unterstützt Drucksysteme von verschiedenen Herstellern für den digitalen Proof.
Für die Auswahl eines geeigneten Drucksystems ist der GMG Fachhändler der geeignete Ansprechpartner. Die nachfolgenden Schritte zeigen exemplarisch für den Drucker Epson 4800 und das GMG ProofPaper semimatte 250 die Vorgehensweise zur Erreichung guter Werte im Medienkeil CMYK. Für andere Drucksysteme gibt es ähnliche Abläufe.
GMG liefert fertige Profile aus, die jeweils für eine Kombination aus Drucksystem, Proofmedium und zu simulierendem ISO-Standard visuell und messtechnisch optimiert sind. Die seitens von GMG vorgenommene Optimierung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, um im Medienkeil möglichst gute Werte zu erreichen. Für jede Kombination aus Drucksystem, Proofmedium und zu simulierendem ISO-Druckstandard müssen die Profile einzeln optimiert werden.
Der Fachhändler informiert gerne, für welche Kombination GMG schon fertig optimierte Profile zur Verfügung stellt.
Für die Epson Drucker 4800 / 7800 / 9800 und das GMG ProofPaper semimatte 250 Proofpapier stellt GMG für folgende Druckstandards optimierte Profile zur Verfügung:
Offsetdruck nach ISO 12647-2
- Gestrichenes Papier / ISOcoated
- LWC-Papier / ISOwebcoated
- Ungestrichenes Papier / ISOuncoated
- Ungestrichenes gelbliches Papier ISOuncoated yellowish
- Matt gestrichenes Papier Endlosdruck / ISOcofcoated
- Matt ungestrichenes Papier Endlosdruck / ISOcofuncoated>
Tiefdruck nach Vorgaben des ECI AK Tiefdruck
(Diese Proofsimulationen sind von den deutschen Tiefdruckern, die im ECI Arbeitskreis Tiefdruck versammelt sind, ausführlich getestet und freigegeben worden)
- PSRlwc (Standard-Farbraum für die meisten Magazine und Katalogproduktionen)
- PSRhwc
- PSRsc
Offsetdruck nach SWOP (USA)
Trocknungszeit, Kalibration und Auswertung des Medienkeils
Je nach Kombination aus Drucksystem und Proofmedium benötigt ein Ausdruck eine gewisse Trocknungszeit, um eine stabile Farbwiedergabe zu erreichen. Für die Nutzung enger Toleranzen im Umgang mit dem Medienkeil, ist es wichtig, sowohl bei der Kalibration, als auch bei der Vermessung des Medienkeils die Trocknungszeit der jeweiligen Kombination aus Drucksystem und Proofmedium zu berücksichtigen.
Bei ungeeigneten Kombinationen kann dies bis zu 48 h dauern. Die Kombination aus Epson 4800 / 7800 / 9800 mit GMG ProofPaper semimatte 250 Proofpapier hat bereits nach ca. 15 Minuten eine stabile Farbwiedergabe.
Zu den Trocknungszeiten anderer Kombinationen aus Drucksystem und Proofmedium informiert Sie gerne ihr GMG-Fachhändler.
Messtechnik und Messunterlage
Die bestmöglichen Werte im Medienkeil erreicht man, wenn sowohl die Kalibration, als auch die Auswertung des Medienkeils mit dem gleichen Messinstrument und der gleichen Messunterlage durchgeführt werden.
Misst der Empfänger eines Proofs auch den Medienkeil ein, so hat er zwangsläufig ein anderes Messgerät und meist auch eine andere Messunterlage. Werden beim Ersteller und Empfänger des Proofs darüber hinaus Messgeräte unterschiedlicher Hersteller eingesetzt, so werden die Unterschiede zwischen beiden Messungen in der Regel größer.
Engere Toleranzen sicher einhalten
Verständigen sich Anwender, auf engere Toleranzen bei der Nutzung des Medienkeils, so ist es üblich, dass der Erzeuger des Proofs diesen auch vermisst und ein Etikett des Ergebnisses auf den Proof anbringt (GMG ProofControl). Nur so kann der Ersteller des Proofs sicher gehen, dass ein einzelner Proof diese eingeengten Toleranzen auch wirklich einhält.
Wie eng Toleranzen gewählt werden können, hängt also im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:
- Drucksystem
- Proofmedium
- Qualität des Profils zur Simulation des Druckstandards
- Beachtung der Trocknungszeit bei Kalibration und Medienkeil-Messung
- Möglichst gleiches Messinstrument für Kalibration und Medienkeil-Messung
- Gleiche Messunterlage bei Kalibration und Messunterlage
Bei Anwendern die eingeengte Toleranzen vereinbaren, ist es daher oft üblich, nicht nur die Toleranzen festzulegen, sondern auch das Drucksystem, das Proofmedium und die Messtechnik. Weiterhin beziehen sich die Toleranzen oft ausdrücklich auf das Etikett, welches der Erzeuger des Proofs aufklebt.
Beispiel Epson 4800 und GMG ProofPaper semimatte 250
Aufgrund der aufgezählten Einflussfaktoren kann GMG keine allgemeine Zusicherung geben, dass mit jeder Kombination aus GMG ColorProof, Drucksystem, Proofmedium und eingesetzten Profilen eingeengte Toleranzen im Medienkeil CMYK sicher eingehalten werden können. Das folgende Beispiel für die Kombination aus Epson und GMG ProofPaper semimatte 250 zeigt exemplarisch, wie engere Toleranzen definiert, umgesetzt und kontrolliert werden. Die Werte basieren auf konkreten Projekten, die von vielen Anwendern in der Praxis auch regelmäßig erreicht werden.
Sollen andere Drucksystem und/oder Proofmedien eingesetzt werden, steht Ihnen ihr GMG Fachhändler gerne zur Seite.
Definition eingeengter Toleranzen (allgemeine Vereinbarung) - Proofdrucker: Epson 4800 / 7800 / 9800
- Proofmedium: GMG ProofPaper semimatte 250
Zu simulierende Druckstandards: / Eingesetze Profile:
- ISOcoated: ISOcoated_27L_PK1-2_E48_GMGsemimatte250_V1.mx4
- ISOwebcoated: ISOwebcoated_28L_PK3_E48_GMGsemimatte250_V1.mx4
- ISOuncoated: ISOuncoated_29L_PK4_E48_GMGsemimatte250_V1.mx4
- PSRlwc: PSR_ECI_LWC_E48-78-98_GMGsemimatte250_beta01.mx4
Messtechnik: GretagMacbeth i1
Toleranzen Medienkeil CMYK:
- Papierweiss: 2,0
- Mittlere Abweichung: 2,0
- Max. Abweichung: 6,0
- Primärfarben: 2,5
Auf jedem einzelnen Proof ist der Medienkeil zu vermessen, und das Messergebnis mit einem Etikett (GMG ProofControl) auf den Proof aufzubringen.
In der Kontrollzeile zum Proof müssen der Dateiname, Datum und Uhrzeit der Proofausgabe, sowie die eingesetzten Profile und Kalibrierungen sichtbar sein.
Vorgehensweise zur Umsetzung (interne Anweisung beim Erzeuger des Proofs)
Maßgeblich zur Einhaltung der Toleranzen ist der Einsatz des GMG Kalibrationsassistenten, gemäß der im Handbuch beschriebenen Prozedur.
Eine neue Kalibration empfiehlt sich, nach jedem Tintenwechsel oder wenn bei der Auswertung des Medienkeils die mittlere Abweichung über 1,7 liegt.
Vor der Messung des Kalibrationscharts oder des Medienkeils ist eine Trocknungszeit von 15 Minuten abzuwarten. Als Messunterlage sind zwei Lagen GMG Proofpapier zu verwenden.
Die einwandfreie Druckqualität ist visuell auf Streifenbildung und bei Bedarf mit einem Düsentest zu kontrollieren.